LEM U14 m/w
08-05-2011 21:21
Nachwuchs des SSV Homburg-Erbach bei U14-Titelkämpfen erfolgreich
Von David Benedyczuk und Stefan Holzhauser (SZ)
Merzig. Rund 110 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren
traten am Sonntag vor einer Woche in der Merziger Thielsparkhalle auf
die Matte, um in der Altersklasse U14 die besten saarländischen
Judokämpfer zu ermitteln. "Ich habe eigentlich mit insgesamt 150
Startern gerechnet", sagt Axel Bold, Trainer des ausrichtenden TV
Merzig. Die im Vergleich eher mäßige Teilnehmerzahl war zwar in erster
Linie nicht etwa auf generelle Nachwuchsprobleme der Sportart
zurückzuführen: "Weil heute Kommunion ist, waren es diesmal weniger
Teilnehmer. Ein anderer Termin war aber leider nicht möglich", erklärt
Bold. Auf einen zweiten Blick bemerkt er dann allerdings: "Mir ist schon
aufgefallen, dass die Zahl der an Wettkämpfen teilnehmenden Vereine
immer geringer wird. Bei uns in Merzig gibt es genug Judo-Anfänger. Aber
ich denke, generell ist im Saarland die Situation nicht ganz so rosig."
Auch beim Saarländischen Judobund (SJB) hat man eine rückläufige Entwicklung festgestellt: "Die Zahlen im Nachwuchsbereich sind, über die letzten zehn Jahre betrachtet, leider fallend", sagt Felix Hübner, Medienbeauftragter beim SJB sowie Mitglied im PSV Saarbrücken. Und er fügt an: "Davon sind vor allem kleinere Vereine betroffen, andere haben weniger Probleme."
Zu den Hochburgen zählt er seinen Verein, aber auch den TV Merzig,
SSV Homburg-Erbach, TuS Neunkirchen, JC Uchtelfangen oder den JC
Saarlouis. Der SSV Homburg fuhr durch Gregor Zimmermeier (bis 46 Kilo)
und Florian Steinmetz ( bis 37 Kilo) zwei erste Plätze, sowie drei
zweite und zwei dritte Plätze ein. Rang zwei sicherten sich Elias van
der Haar (bis 50), Joel Graf (bis 43) und Deni Bersanov. Bronze holten
Christian Blum (bis 34) sowie Jasmin Smandzich (bis 52). Diese
Teilnehmer haben sich für die Südwestmeisterschaft am 21. Mai in Neuhof
(bei Fulda) qualifiziert. Der SSV hat, zumindest bei den Jungen, keine
Nachwuchsprobleme. Die Homburger haben derzeit 34 Judoka bei der U14,
davon sind aber nur drei Mädchen. "Es wäre schön, wenn noch mehr Mädchen
zu uns ins Training kämen", berichtet Cheftrainer Slawomir Konat. Mit
den Ergebnissen war er aber zufrieden: "Ich war begeistert von unserem
Abschneiden. Wir haben im Kampf das umgesetzt, was wir zuvor im Training
einstudiert hatten. Ich habe von meinen Athleten tolle Techniken und
gute taktische Schachzüge gesehen", freut sich Konat.
Auch seine beiden Goldmedaillengewinner waren zufrieden. Florian Steinmetz ist erst seit vier Jahren im Judotraining, konnte aber in Merzig bereits zum zweiten Mal auf Landesebene die Konkurrenz hinter sich lassen. "Ich hatte eigentlich gedacht, dass es schwerer wird. Nun versuche ich, auch in Neuhof gut abzuschneiden", meinte der Elfjährige.
Bereits zwei Jahre älter ist Gregor Zimmermeier, der in Merzig seinen dritten Sieg in Serie holte. Vor zehn Jahren fing er beim 1. JC Zweibrücken mit Judo an, ehe vor vier Jahren der Wechsel zum SSV Homburg-Erbach folgte. "Bei den Südwestmeisterschaften will ich auf jeden Fall zwei Kämpfe gewinnen. Im letzten Jahr war ich dort Fünfter, aber ich schätze vor allem die Hessen sehr stark ein", sagt Zimmermeier.
So gut wie Homburg geht es nicht allen. Woran liegt es, dass sich insgesamt deutlich weniger Kinder für den Judosport interessieren? Schwer zu sagen: "Vielleicht ist Judo zu kompliziert und dadurch abschreckend. Der Einstieg in die Sportart ist schwerer als etwa beim Fußball, und man braucht viel Durchhaltevermögen", sagt SJB-Sprecher Hübner.
"Ohne Werbung geht es einfach nicht", verrät Robert Morsch, Vorsitzender des JC Oberthal. "Die Eltern fragen sich ja auch: Was ist Judo? Ist das sinnloses Draufhauen, oder steckt mehr dahinter? Wir gehen deshalb unter anderem an Grundschulen, wofür man aber auch entsprechendes Personal braucht", so Morsch.
Beim SJB selbst wurde und wird versucht, den Hebel umzulegen: "Wir haben vor zwei, drei Jahren den Perspektivkader 2014 ins Leben gerufen, um wieder mehr für den Leistungssport zu tun. In die Schulen gehen wir auch und wollen eine neue Internetplattform aufbauen und die für Kinder und Jugendliche attraktiv gestalten", verrät Hübner. Damit nächstes Jahr wieder mehr Kinder kommen.
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